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Krankheitsbilder an den Händen

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Daumensattelgelenksarthrose (Rhizarthrose)

Ursache / Entstehung

Das Daumensattelgelenk befindet sich an Basis des Daumens zwischen demersten Mittelhandknochen und dem Vieleckbein-Os trapezium. Da es sattelförmige Gelenkflächen aufweist, kann es in zwei Ebenen bewegt werden. Bei einer Arthrose (Verschleiß) handelt es sich um einen Knorpelverlust an den Gelenkflächen mit knöcherner Randwulstbildung und ggf. um Deformierungen. Sie ist eine der häufigsten Arthroseformen der Hand.

Symptome

Es bestehen Schmerzen, die je nach Stadium und je nach subjektivem Empfinden unterschiedlich stark ausgebildet sein können. Manchmal können schon, trotz nur geringer Veränderungen im Röntgenbild, extreme Schmerzen bestehen. Die Beschwerden sind in der Regel belastungsabhängig, insbesondere bei Dreh-und Wringbewegungen (z. B. beim Aufdrehen von Flaschen, Greifen und Schreiben). Oft finden sich ein Kraftverlust, besonders beim Greifen oder Festhalten von Gegenständen, sowie eine Schwäche beim "Zangengriff" (z. B. Daumen gegen Zeigefinger). Weitere Symptome stellen Bewegungseinschränkungen (Schwierigkeiten beim Abspreizen oder Drehen des Daumens), Schwellungen des Gelenkes (auch mit Rötung und Wärmebildung), Druckschmerzen, eine Verformung des Daumens und Reibegeräusche (Krepitation) dar.
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Dupuytren’sche Erkrankung

Ursache / Entstehung

Der Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) ist eine gutartige, aber fortschreitende Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche und geht mit einer Knoten- und Strangbildung der sogenannten Palmarfaszie einher. 1831 wurde diese erstmals durch den französischen Chirurgen Guillaume Dupuytren beschrieben. Sie führt dazu, dass sich strangartige Verhärtungen (Knoten und Stränge) unter der Haut bilden und sich im Verlauf ein oder mehrere Finger dauerhaft in Beugestellung ziehen – meist ohne Schmerzen. Die genaue Ursache ist bis heute noch nicht vollständig geklärt, jedoch ist eine Vererbung nachgewiesen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung verläuft meist langsam, aber individuell sehr unterschiedlich. Betroffen ist meistens der Ring- oder Kleinfinger.

Symptome

Im Laufe von Jahren kommt es anfangs zur Knotenbildung in der Hohlhand. Es bilden sich Stränge, die zur Krümmung der Finger führen, insbesondere in den Mittel- und Grundgelenken. Im Verlauf kommt es durch diese Beugekontrakturen zu einer eingeschränkten Handfunktion, die zu Schwierigkeiten beim Greifen, Händeschütteln, Waschen etc. führen kann. Schmerzen treten sehr selten auf.
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Ganglion (Überbein)

Ursache / Entstehung

Ganglien sind gutartige Schwellungen, die im Bereich der Hand und des Handgelenkes am häufigsten zu finden sind. Sie sind Ausstülpungen aus den Gelenkkapseln oder Sehnenscheiden und sind kugelförmig-ovale, sackförmige Gebilde, die mit einer flüssigen bis gallertartigen, meist klaren Substanz gefüllt sind. An den Finger-Endgelenken treten diese häufig als „Mukoidzyste“ bei Arthrose auf. Es besteht ein Zusammenhang mit vermehrtem Druck im Gelenk, wodurch Gelenkflüssigkeit nach außen gedrückt wird und sich in einem„Ausstülpungssack“ sammelt. Auch eine angeborene Schwäche der Gelenkkapsel oder der Sehnenscheiden können ursächlich sein. Ihre Größe kann variieren. Junge Frauen sind häufig betroffen.

Symptome

Ein Ganglion kann vollständig beschwerdefrei sein. Je nach Lokalisation (Handgelenk, Fingeroberseite, Hohlhand) und Größe können Druck- und Bewegungsschmerz, ggf. auch Nagelwachstumsstörungen vorkommen. Selten kommt es zu Nervenreizungen.
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Karpaltunnelsyndrom

Ursache / Entstehung

Ursächlich für diese Erkrankung ist die Einengung des Mittelnerven (Nervus medianus) an der Unterseite des Handgelenkes. Dies kann durch Schwellungen des Umgebungsgewebes der Sehnen (z. B. bei Überlastung, Entzündung) entstehen, die mit dem Nerven im sogenannten Karpaltunnel verlaufen. Der Nerv wird dabei auf Höhe des Handgelenkes durch ein straffes, starkes Band aus Bindegewebe eingeengt. Auch Rheuma, Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion, Frakturen oder Fehlstellungen im Handgelenk sowie eine dauernde mechanische Belastung (z. B. Computerarbeit, Handwerk) können eine Ursache darstellen. Betroffen können sowohl Frauen als auch Männer sein. Am häufigsten tritt es ab einem Alter von 40 Jahren auf.

Symptome

Der Mittelnerv versorgt die Finger mit Gefühl und die Muskulatur des Daumenballens zur Kraftentwicklung. Die typischen Beschwerden äußern sich somit durch Kribbeln in den ersten drei Fingern und dem halben Ringfinger der Hand, Schmerzen, insbesondere nachts (oft nächtliches Erwachen und Ausschütteln der Hand), und durch Kraftminderung beim Greifen mit dem Daumen. Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung und durch eine Nervenleitmessung eines Neurologen gestellt.
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Loge de Guyon Syndrom

Ursache / Entstehung

Ursächlich ist bei dieser Erkrankung die Einengung des Ellennerven (Nervusulnaris) am Handgelenk in einer tunnelartigen bindegewebigen Loge, durch welche der Ellennerv gemeinsam mit der Ellenarterie verläuft. Sie befindet sich zwischen dem Erbsenbein (Os pisiforme) und dem Haken des Hakenbeins (Hamulusossis hamati). Der französische Chirurg Felix Guyon beschrieb diese erstmals 1861. Häufig ist die Ursache eines Loge-de-Guyon-Syndroms unklar. Mögliche Ursachen sind jedoch Druck (z. B. beim Radfahren – „Radfahrerlähmung“), vorausgegangene Verletzungen (z. B. Frakturen im Bereich des Erbsen- oder Hakenbeins) oder auftretende Tumore wie Lipome oder Ganglien und Zysten.

Symptome

Schmerzen und Sensibilitätsstörungen mit Taubheitsgefühl im Ring- und Kleinfinger, sowie Kraftverlust und Atrophie (Abflachen) der vom Ellennerv versorgten Handbinnenmuskulatur können auftreten. Das Spreizen oder Schließender Finger kann erschwert bis aufgehoben sein. Oft werden rasche Lähmungen der Muskulatur (bis zur Ausbildung einer Krallenhand) ohne sensible Ausfälle an den Fingern beobachtet. Aber auch Spontan- und Belastungsschmerz der ellenseitigen Handwurzel und ein Druckschmerz zwischen Erbsenbein und Hakenbein sind hinweisend. Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchung und durch eine Nervenleitmessung eines Neurologen gestellt.
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Sulcus ulnaris-Syndrom

Ursache / Entstehung

Beim Sulcus ulnaris-Syndrom (auch Ulnarisrinnensyndrom) handelt es sich um eine Einengung des Ellennervs (Nervus ulnaris) in einer knöchernen Rinne - dem „Musikantenknochen“- an der Innenseite des Ellenbogens. Als Ursache kommen eine Kompression von außen (häufiges Aufstützen, Prellung), eine Vorwölbung von innen (Knochenvorsprünge, alte Verletzungen, Tumore) oder auch eine Lockerung des Nervens (Luxation) in seinem Bett vor. Erkrankungen, wie Diabetesmellitus, Rheuma oder Übergewicht können das Risiko, ein Ulnarisrinnensyndrom zu entwickeln, erhöhen. 

Symptome

Es bestehen Einschlafgefühle und Kribbeln am Ring- und Kleinfinger der jeweils betroffenen Seite bis hin zur Taubheit der Finger. Schmerzen in der ellenseitigen Hohlhand bis in den Unterarm ziehend sowie eine Schwäche der Handbinnenmuskulatur bis zur Abflachung (Atrophie) einzelner Muskeln, können auftreten. Bei fortgeschrittenem Verlauf kann auch eine Krallenstellung der Finger beobachtet werden. Die Diagnose wird durch eine klinische Untersuchungund durch eine Nervenleitmessung durch einen Neurologen gestellt.
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Tendovaginitis stenosans (Schnellender Finger, Springfinger, Triggerfinger)

Ursache / Entstehung

Hier handelt es sich um eine Sehnengleitstörung an der Hand. Die Beugesehnen der Finger ziehen mit ihren Sehnenscheiden durch ein Bandsystem. Durch diese Ringbänder werden die Sehnen an den Knochen gehalten, damit diese in der Hand bzw. an den Fingern geführt werden können. Durch eine Überbeanspruchung, ältere Verletzungen oder im Rahmen von Erkrankung (Diabetes, Gicht, Rheuma) kann eine chronische Reizung der Sehnenscheiden entstehen, die zu Verdickungen oder Veränderung im Sehnenscheidengleitgewebe führen können. Zudem können sich im Laufe eines Lebens die Sehnen verändern. Außerdem treten auch Verdickungen der Bänder selbst auf. Dies führt zur Verengung im Sehnenkanal und zum sog. Schnellenden, schnappenden oder springenden Finger.

Symptome

Bei der Bewegung kommt es im Bereich des Ringbandes zu einem teils schmerzhaften Reiben. Es tritt ein „Hängenbleiben“ des betroffenen Fingers auf. Die Sehne wird dann mit einigem Kraftaufwand durch die Engstelle am Ringband hindurchbewegt, und es folgt das typische Schnappen oder Schnellen des Fingers. Oft sind die Beschwerden morgens nach dem Aufstehen besonders stark. Bei Kindern kann eine angeborene Beugestellung des Daumens (aber auch anderer Finger) auftreten. In diesem Fall spricht man von einem sog. Pollex flexus congenitus.
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Tendovaginitis stenosans de Quervain

Ursache / Entstehung

Diese Tendovaginitis ist eine schmerzhafte Einengung und Entzündung der Sehnenscheiden im ersten Strecksehnenfach am Handgelenk und wird nach ihrem Erstbeschreiber, dem Schweizer Chirurgen (1868-1940) Fritz de Quervain benannt. Die Strecksehnen der Hand ziehen am Handgelenk durch Sehnenscheiden, die von Bändern überdacht werden. Durch eine Überbeanspruchung, durch ältere Verletzungen oder im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung kann eine chronische Reizung der Sehnenscheiden entstehen, die zu Verdickungen oder Veränderung im Sehnenscheidengleitgewebe führen können. Auch ständige, sich wiederholende Bewegungen (SMS-Schreiben, Tragen eines Babys), können die Ursache sein.

Symptome

Bei der Bewegung des Daumens kommt es im Bereich des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk zu einem teils schmerzhaften Reiben. Es treten oft eine Schwellung und ein Druckschmerz in diesem Bereich auf. Das Greifen mit dem Daumen ist schmerzbedingt kraftgemindert.
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